Skoliose

In einer Praxis, die sich auf Rücken, Gelenke und Schmerzen spezialisiert hat, findet man sie ständig:             Die Skoliose!                             In der Fachliteratur wird sie als irreversibel bezeichnet und ihre Ursache häufig in die frühkindliche bis jugendliche Zeit datiert. Patienten erwähnen diese Diagnose gelegentlich als wäre sie nur ein kleiner Schönheitsfehler. Was aber bedeutet Skoliose und gibt es Möglichkeiten zur Behandlung?

Was ist eine Skoliose?

Die sonst eher in Richtung Hohlkreuz  also nach vorn/bauchwärts gewölbte Lendenwirbelsäule hat sich meist seitlich verbogen, was im Bereich der Brustwirbelsäule zu einer Verbiegung zur anderen Seite führt und auch  in der empfindlichen Halswirbelgegend zu verschobenen Wirbeln führt.

Die Wirbelsäule ist häufig in sich verdreht und zur Ausprägung eines Rippenbuckels oder Lendenwulstes disponiert. Das kann in Summe fatale gesundheitliche Folgen haben, die weit über orthopädische Beschwerden hinausgehen z.B. einer eingeschränkten Atemexkursion, Kopfschmerzen, Schwindel, Herz-Rhythmusstörungen oder sonstige organischen Beeinträchtigungen .

Um so wichtiger ist die Frage, wie ist dieser ungünstigen körperlichen Disposition eine Korrektur zu entlocken? Erfahrungsgemäß liegt einem Großteil der Skoliosen ein schiefes Becken zu Grunde. Bekannt sind in diesem Zusammenhang die Begriffe Beckenschiefstand und Beinlängendifferenz. Man könnte annehmen, wenn die Beine unterschiedlich lang sind, steht natürlich das Becken schief und daraufhin muss sich die Wirbelsäule pathologisch verbiegen und verdrehen.  Gemeinhin legt die Natur ausgesprochen selten ungleich lange Extremitäten an und der sogenannte, oft diagnostizierte Beckenschiefstand ergibt sich eher aus einer Verdrehung im Bereich der Beckenschaufeln/Hüfte (coxa). Genau darin liegt die Chance der Behandlung. Gelingt es also, das Becken zu korrigieren, hat die nach oben hin bisher schief ausgleichende Wirbelsäule die Grundlage für eine Korrektur in die anatomisch richtige Position.

Wie kann ein Beckenschiefstand korrigiert werden?

Wurde ein Beckenschiefstand oder eine Beinlängendifferen diagnostiziert, verordnete der Orthopäde gehäuft Schuherhöhungen, um das Becken auf einer Seite anzuheben. Das ist in den meisten Fällen leider nur eine symptomatische Behandlung und geht nicht an die Ursache.

Zur Korrektur des Beckens und der gesamten Wirbelsäule muss ein erfahrener Dorntherapeut aufgesucht werden (oder ein alternativer Therapeut, der mit Beckenregulationen Erfahrungen hat). Bei der Methode nach Dorn prüft der Behandelnde den Stand des Beckens und korrigiert die möglicherweise verschobene Seite sanft im Rhythmus der Beinbewegung des Patienten. Desweiteren zeigt er  Übungen, durch welche die Veränderung begünstigt wird. Schließlich hat der Körper meist über viele Jahre Muskulatur, Sehnen und Bänder der Fehlhaltung angepasst und ist geneigt, diese wieder einzunehmen.

Nebenwirkungen erwünscht

Als ausgesprochen gute und gewollte Begleiterscheinung kommt es bei dieser Maßnahme zu einer Befreiung von Isliosakralgelenkblockaden, wodurch häufig Ischiasschmerzen induziert werden. Zumeist begleiten auch Knieschmerzen einen Beckenschiefstand. Die Ursache für unterschiedlich belastete Kniegelenke wird also ebenfalls durch die Behandlung des Beckens behoben. Nicht zu vergessen ist an dieser Stelle die Coxarthrose. Steht die Hüfte „schief“ ist die Bewegung in den Hüftgelenken eingeschränkt oder  schmerzhaft. Bei einem physiologischen Beckenstand wird Synovia, die Gelenkflüssigkeit ausreichend hergestellt und ernährt den Gelenkknorpel.

Natürlich  „entspannt“ sich in Folge wirkungsvoll die Lendenwirbelsäule und Bandscheibenvorfällen wird vorgebeugt. Davon profitieren alle Organe des Bauchraums wie Darm, Blase, Uterus, Prostata usw.

Hilft das Stärken der Rücken- und Bauchmuskulatur?

Da  Skoliose häufig die Ursache für Rückenschmerzen ist, stellt sich die Frage nach der allseits geliebten Stärkung der Muskulatur als Entlastung

für den Rücken. Grundsätzlich ist ein gut funktionierender muskulärer Apparat natürlich wunderbar aber mit Blick auf die Skoliose ist zu sagen:

Erst korrigieren, dann trainieren..

…denn die trainierte Muskulatur soll die gesunde Wirbelsäule stützen und nicht die Fehlhaltung fixieren. Wenn Sie Sport betreiben und danach Schmerzen haben (zB. Am Knie), ist das ein Signal ihres Körpers, Ihren Beckenbereich überprüfen zu lassen. Naturell.

Übungen selbst ausführen

Wenn der Therapeut, den Sie ausgewählt haben, gut ist, lehrt er Sie, Ihre Haltung bei Ihren alltäglichen Arbeiten, in Freizeit und Sport zu überprüfen und ein Feingefühl dafür zu entwickeln, welche Bewegungen Ihnen gut tun und Einseitigkeiten aufzuspüren, Sie eher meiden sollten, um die Umstrukturierung Ihres Bewegungsapparates zu begünstigen.

Auch hier gilt wieder unterstützend: Atmen Sie bewusst: Atmen Sie tief und langsam mit offenem Mund in den Bauch ein. Dabei breiten Sie die Arme aus und stellen sich auf die Zehen. Beim Ausatmen senken Sie die Arme wieder und sinken auf die Füße.

Natürlich gibt es auch hier noch weitere Hilfen um die erwünscht bleibende Veränderung des Bewegungsapparates zu optimieren. Alles, was den Stoffwechsel ankurbelt ist gut.

Wie wirkungsvoll ist die Behandlung?

Allgemeingültige Aussagen sind ohne Anamnese und Untersuchung nicht möglich. Natürlich gibt es völlig verschiedene Ausprägungen und Ursachen von Skoliosen. Neben der sogenannten angeborenen Skoliose (möglicherweise durch eine Beckenverschiebung während der Geburt verursacht) und die sogenannte muskuläre Ursache nimmt die „idiopathische“ dh. ohne erkennbare Ursache, einen großen Teil von mindestens 80% ein.  Die Behandelten reagieren je nach Alltagsbelastungen  verschieden.

Besonders positiv ist das aktive Mitwirken des Patienten. Belohnt wird der Prozeß mit einem unbeschreiblichen gesundheitlichen Nutzen.  Das individuell erzielte „Aufrichten“ des gesamten Bewegungsapparates, wird als äußerst positiv empfunden. Schwieriger zu behandeln sind ältere Patienten mit einer möglicherweise versteiften Wirbelsäule und ausgeprägte, andere Erkrankungen wie zB. bei Morbus Parkinson und Morbus Bechterew.

Der Zeit entsprechend

Die Behandlung ist zeitgemäß, weil zwar der Therapeut den Impuls gibt, seine Erfahrungen und Beobachtungsgabe gefordert sind, der Patient jedoch erfährt sich als wesentlichen Akteur. Dieser Trend in der modernen Heilkunde am bewussten Menschen ist gewiss einer der begrüßenswertesten in unserer Gesellschaft und löst eindeutig die passive Haltung  von Patienten ab, die  früher mit reiner Verordnungsmedizin und  den Leistungen der Pflichtversicherungen glücklich waren.

Begleitende Hilfen:

Sollten Sie aufgrund der Skoliose in einer Schmerzsituation sein, ist Akupunktur anzuraten.  Gern dürfen Sie  durchblutungsfördernde und den Stoffwechsel begünstigende Maßnahmen mit Salben, Ölen und Bädern (zB. mit Lavendel oder Basensalz) nutzen. Auch hier sei wieder Trinken angeführt, um das natürlichste aller Stoffwechselmedien –H2O- zur Verfügung zu haben. Beachten Sie desweiteren auch eine vorwiegend basische, also eher pflanzliche Kost.

Was repräsentiert Körperhaltung?

Wenn sie einmal an einer Promenade sitzen und sehen, wie Menschen vorüberlaufen, fällt Ihnen gewiss auf, wie mühsam sich manch einer durchs Leben schleppt oder gar rennt! Nicht selten ist daran eine Skoliose beteiligt.

Wie oft schon mussten Sie sich verbiegen, um familiären und gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden? Möglicherweise fällt die Korrektur der Körperhaltung leichter, wenn sie mit einem „Update“ der Lebenseinstellung einhergeht. Ein Test lohnt sich!

Aufrichtende Grüße aus Mannheim,

IHRE Heilpraktikerin Gabriele Wieland


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4 Antworten to “Skoliose”

  1. Claudia Mazurkiewicz Says:

    Sehr geehrte Frau Wieland,
    ihr Bericht hatte mir viel Mut gemacht, und mich auch sehr nachdenklich über die Befunde unseres Orthopäden gemacht. Unsere Tochter ist 11 Jahre alt. Hatte mit 5 Jahren einen Beckenschiefstand. Vor einem Jahr bekam sie eine feste Zahnspange, die sehr schnell die Zähne richtete. Vor einem halben Jahr jedoch viel mir auf, dass die Hüfte immer schiefer stand, obwohl nach Abmessung nur eine Beinlängendifferenz von 0,5 cm vorlag. Der Orthopäde diagnostizierte eine Skoliose von 25%. Sie sollte jetzt ein Korsett bekommen. Auf die Frage woher es komme, erhielt ich als Antwort: weil der Rücken sich so verkrümmt,wird die Hüfte hochgezogen. Nachdem ich ihre Seite gelesen hatte und auch der Dorn-Therapeut die von ihm festgestellte verdrehte!! Hüfte nicht richten konnte,ging ich auf anraten einer Naturheilärztin zu einem guten Ostheopaten. Dieser nahm sich endlich mal Zeit für uns und unser Kind. Er stellte eine Blockade im Halswirbel fest,löste sie,konnte damit auch die Blockade in der Hüfte lösen, die nur eine Spiegelung der oberen Blockade darstellte. Nach dieser Behandlung sah man bereits deutlich eine Begradigung der Wirbelsäule. Unsere Tochter soll jetzt sehr viel reiten und schwimmen, damit sich die Muskulatur wieder ausgleicht und den Rücken begradigt.Alle zwei Monate gehen wir zur Kontrolle zu ihm. Interressant war auch die Aussage, dass gerade das richten Zähne durch die feste Zahnspange die verschlimmerung der Skoliose herbeigeführt hatte.
    Der eigentliche Grund lag also weder im krummen Rücken noch in der schiefen Hüfte, sondern an der Blockade am Halswirbel, die bereits seit Geburt bestand.
    Viele liebe Grüße Mazurkiewicz

    • heilpraktikerin Says:

      liebe frau mazurkiewicz,
      schön, dass ich endlich heute ihr schreiben auf meinen skolioseartikel hin lese.
      genau deshalb habe ich ihn geschrieben und freue mich sehr für sie und ihre tochter, dass ich ihnen mut machen konnte, eigenen schlussfolgerungen und logik zu folgen. ich danke ihnen auch für den hinweis mit der zahnspange.
      alles liebe und gute!!!
      gabriele wieland

  2. Claudia Hartmann Says:

    Sehr geehrte Frau Mazurkiewicz,
    ich habe einen 3 Jährigen Sohn und diesen meist auf der linken Hüfte sitzen gehabt und war dadurch jetzt über einen längeren Zeitraum total schief getrimmt und die linke schulter stand auch hoch. Ich habe rechts am Schulterblatt eine starke Verspannung die einfach nicht gehen will. Nach einem Jahr jetzt von Orthopäde zu Orthopäde war ich vor 2 Wochen bei einem Osteopathen der mir gesagt hatte meine Becken wäre schief und in sich gekippt. Er hat dies innerhalb von 2 Behandlungen gerade bekommen, ich kann jetzt meine Füße erreichen was vorher gar nicht ging und meine Schulter ist gerade. Allerdings jetzt zu meinem Problem: Die Muskulatur im rechten Rücken ist immernoch verspannt und die Schmerzen sind immer noch da, …. was kann ich tun?
    Claudia

    • Gabriele Wieland Says:

      Dass die Muskulatur nach der Korrektur der Statik noch immer verspannt ist, ist relativ normal. LAnge war sie in einer Zusatzstützfunktion. Nun muss sie sich allmählich umstellen. Dabei helfen: tiefe entspannte Bauchatmung – sie verbessert den Säure-Basen-Haushalt, Bewegung tut gut, vielleicht noch etwas Magnesium(am besten als Orotat), reichlich trinken und Süßes meiden. Stress macht das Gegenteil, leider ist bStressvermeidung bei den heutigen Ansprüchen noch dazu mit Kleinkind nicht leicht. Viel Erfolg und gute Besserung, Ihre Heilpraktikerin aus Mannheim, Gabriele Wieland

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