Buchrezension: „Medizin für Heilpraktiker“

Die Motivation, Heilpraktiker zu werden mag unterschiedlich sein, die Vorstellung, das könne man mal so nebenbei eben schnell, ist jedoch ein Irrtum.

Das neue Werk aus dem Haug Verlag zeigt auf 1506 Seiten wie umfangreich das Wissen ist, das zum erfolgreichen Ablegen der Heilpraktiker-Überprüfung notwendig ist. Studenten an Heilpraktikerschulen bedauern häufig, dass oft „nur“ schulmedizinische Grundlagen der Anatomie, Physiologie und Pathologie gelehrt werden, aber genau diese Schulmedizin muss auch der angehende Heilpraktiker parat haben.

Natürlich kann ein thematisch so breit angelegtes Werk solchen Umfangs nur die Grundlagen behandeln, dies jedoch tun die Autoren in bemerkenswert strukturierter und übersichtlicher Weise. Dem Neuling beim Studium zum Ablegen der Heilpraktiker Prüfung ist hier ein auf jeden Fall gutes Buch zum Erfolg in die Hand gegeben. Es erspart zunächst die Anschaffung anderer Literatur, ist nur leider aufgrund seiner Größe nicht einfach mal so mitführbar und auf dem Weg zur Arbeit in der Straßenbahn zu lesen, denn das Gewicht erschlägt einen.

Krankheitshäufigkeit

Statistische Häufigkeit einer Krankheit


Im Vergleich zu einem medizinischen Lehrbuch wie “Innere Medizin“ werden auch hier seltenere Erkrankungen wie die Sarkoidose in ausreichendem Umfang verständlich erklärt. Anhand von Balken unter der Krankheitsbezeichnung (bei Sarkoidose 2 von 5 möglichen) erkennt der Leser sofort, mit welcher Häufigkeit die Erkrankung auftritt.
5 von 5 Balken als Häufigkeit erhält beispielsweise die „ungewollte Kinderlosigkeit“, auch „Unfruchtbarkeit“ oder „Sterilität“ genannt. Hier wird Schulbuchwissen anschaulich erklärt, bebildert mit Grafiken und Kontrastmittel-Sonografie-Aufnahmen.

Pruefungsstoff ist farblich unterlegt

Sehr hilfreich für Lernende erweist sich, dass die Autoren Prüfungsstoff im Buch farblich unterlegt haben.

Als praktizierender Heilpraktiker muss man sich jedoch auch über dieses Wissen hinauswagen, um eine weiterführende Ursachenforschung und damit Hilfe neben der heutzutage üblichen und offenbar boomenden In-vitro-Fertilisation (die auch hier gut erklärt wird) für die entsprechenden Patienten/innen zu finden. Aber an dieser Stelle darf wieder erwähnt werden, dass das vorliegende Werk beim Ablegen der Prüfung helfen soll. Genau das tut es.

Selbstredend nehmen meldepflichtige Infektionskrankheiten einen gebührenden Teil zu Beginn des Buches ein. Alternative Behandlungsmethoden werden aufgeführt und gut beschrieben. So eröffnet sich dem angehende Heilkünster unter den Spezialisierungsmöglichkeiten auf dem riesigen Gebiet der komplementären Medizin eine hilfreiche Orientierung .

Das Buch „Medizin für Heilpraktiker“ hilft nicht nur Lernenden, es ist auch in der späteren Praxis als Nachschlagewerk ein Schatz. Es bringt alles mit, um zu einem Standardwerk für Heilpraktiker zu werden und ist uneingeschränkt zu empfehlen.

Gabriele Wieland

Medizin für Heilpraktiker

Isabelle Guillou, Arne Schäffler, Markus Escher (Hrsg.):
Medizin für Heilpraktiker
Stuttgart 2012 (Haug), 1506 Seiten, 89,99€


Leseprobe

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