Grenzen der Naturheilkunde – Aortenklappenstenose

Gabriele Wieland

Gabriele Wieland

Unser Herz ist ein faszinierendes Organ und leistet ein Leben lang unersetzliche Arbeit.

Es versorgt den gesamten Körper mit dem lebenswichtigen Gut Blut und damit verbunden allen Nährstoffen, Elektrolyten, Mineralien, Hormonen auf perfekte Weise. Der Volksmund ehrt diese Funktion mit Ausdrücken wie: „sich ein Herz nehmen“, „Von ganzem Herzen“, zeigt aber auch durch „Auf Herz und Nieren prüfen“ die extreme Wichtigkeit dieses Organsystems.
Die Naturheilkunde kennt viele gute Mittel, die Herz und Gefäßsystem fördern, feinstoffliche und „grobstoffliche“ wie: Crataegus, Strophantin, Aurum, Arginin – um nur einige zu nennen. Dennoch gibt es auch hier Grenzen, die der Alltag mit seinen Stressattacken mit den unterschiedlichsten Auswirkungen herbeiführt.

Bekannt ist die Aorta, die große Hauptschlagader, welche das sauerstoffreiche Blut mit großem Druck aufnimmt, um den gesamten Körper zu versorgen. Der linke Ventrikel (Herzkammer) ist in der Diastole, also dem Füllvorgang aus Vorhof/Lunge, mit der Aortenklappe verschlossen. In der Systole öffnet sich die Aortenklappe und so kann die linke Herzkammer mit großem Druck über die normalerweise 3-4qcm große Öffnung das Blut in die Aorta abgeben. Diese Aktion geschieht in Ruhe durchschnittlich 60-80 mal die Minute, in der Stunde beim Gesunden 4200 mal, am Tag mehr als 100 000 mal.

Dass diese Struktur im Laufe der Jahre Schaden nehmen kann, liegt nahe. Sofern keine angeborene Problematik vorliegt ist sowohl eine mechanische Überbeanspruchung (Bluthochdruck, Stress), Ablagerungen(sog. Verkalkung/Sklerosen) oder Infektion durchaus an Schädigungen dieses Systems beteiligt, oftmals eine Kombination aus all dem. Das kann zu Insuffizienz (Minderfunktion) oder Stenose (Verengung) führen.

Hier möchte ich mich heute zu den Symptomen bei einer Stenose äußern. Wenn man es sich bildlich vorstellen möchte, hat man einen Raum (Herzkammer links) aus dem das Blut in den Körper soll, aber gegen eine nur halb (bzw je nach Grad der Verengung/Stenose) unvollständig offenen Tür (Klappe) stößt bei dem Versuch durch sie hinaus zu kommen. Das hat mehrere Nachteile. 1. kann nicht alles Blut in die Peripherie, 2. gibt es bei diesem unter starkem Druck erfolgenden Versuch vermehrt Verwirbelungen, die Thrombenbildung/Trombose/Embolie begünstigen, 3. arbeitet der Herzmuskel verstärkt, was seinen Bedarf an Eigenversorgung erhöht, ihn vergrößert und als Ergebnis dessen weniger Platz im „Raum“ der Kammer bietet. Faszit: In der Herzkammer hat weniger Blut Platz, kann weniger Blut zur Versorgung des Körpers ausgeschüttet werden, der Herzmuskel erhöht seine Frequenz und es kommt zu einer Hypertrophie des Herzens mit Dilatationsgefahr(Ermüdung, Erschlaffung,Insuffizienz) Die Funktionseinschränkung führt zu einem Rückstau in die Lunge, was Atemnot zur Folge haben kann, Druck aufs Sternum/Brustbein und beides bei kleinsten Anstrengungen, begleitet oftmals auch von Schwindel und mit möglicher Schmerzausstrahlung in den Arm (meist links). Schwindel ist in diesem Zusammenhang ein Ergebnis der Minderversorgung aufgrund der unzureichenden Versorgung mit Blut.

Sollten also Symptome wie oben genannt auftreten, wenden Sie sich am besten rechtzeitig vertrauensvoll an einen Cardiologen.
Cave: Atemnot, Brustschmerz (Enge sog. Angina Pectoris, Schwindel bis zur Synkope) Bewusstlosigkeit
Auf „schlau“: Dyspnoe, Angina Pectoris und Synkope werden als Symptomtrias der Aortenklappenstenose bezeichnet.

Die Symptome treten bei der kleinsten Anstrengung und zB. beim Heben und Tragen auf.

Naturheilkunde kann Herz und Gefäße gesund erhalten, bei vielen Symptomen helfen auch schwerere Schäden am Herzen zu verhüten. In jedem Falle ist eine rechtzeitige Diagnose und Überwachung unumgänglich und dringend anzuraten.

Fortschrittlichste Techniken und Operationsmethoden und große Erfolge über viele Jahre fördern das Vertrauen in die Herzchirurgie auch bei einer so schwierigen Indikation wie der Aortenklappenstenose.

Ganz klar liegen hier die Grenzen der Naturheilkunde, es sei denn, man erkennt die Anzeichen und unternimmt durch gezielte Lebens- und Ernährungsweise rechtzeitige Maßnahmen, wie oben bereits erwähnt.

Viele, meist ältere Menschen erhalten in Deutschland eine vorsorgliche Medikation von Herz-, Kreislauf-Medikamenten, sogenannten Blutverdünnern, Betablockern usw. Der kritische Blick darauf hat sich bewährt. Selbst nach Herzoperationen ist es wichtig, die übliche Medikation auf genaue, individuelle Notwendigkeit zu prüfen.

Ich hatte das Vergnügen bei der kardiologischen Nachuntersuchung einer Patientin, 4 Jahre nach einer OP mit Aortenklappenersatz durch eine biologische Herzklappe anwesend zu sein. Die Patientin hatte große Angst vor der Untersuchung, weil sie seit Jahren lediglich mittels naturheilkundlicher Medikamente versorgt war und die Verurteilung des Arztes fürchtete.

Nun aber war es wichtig, einen Befund zu bekommen. Natürlich äußerte der Arzt nach Durchsicht der Medikation sein Unverständnis mit den Worten: „Sie nehmen ja gar keine richtigen Medikamente ein“. Dennoch war er sehr freundlich, stellte jede Menge Fragen nach Symptomen der letzten Zeit und untersuchte das Herz mit Ultraschall. Er dokumentierte eine perfekte Pumpleistung, die Funktion aller Herzklappen, die absolut normale Größe der Herzmuskelschichten, die gesunden Fließeigenschaften des Blutes und lobte die perfekte Größe und Schließfähigkeit der damals eingesetzten Aortenklappe.

Der Blutdruck war auch bei Belastung hervorragend und der Puls normal. Diese Befunde vermieden offenbar, dass er eine weitere Medikation anmahnte, denn ein besseres Ergebnis kann es nicht geben. Er lobte alles und forderte lediglich zu einer regelmäßigen Kontrolle auf.  Das ist ermutigend und bestätigt, dass je nach individuellem Zustand nicht immer die Routinemedikation notwendig ist.

Trotz dieser hervorragenden Ergebnisse ist immer eine individuelle Vorgehensweise unter engmaschiger fachlicher Betreuung wichtig und kein Alleingang anzuraten. Da aber alles, was mit dem Herzen zu tun hat, mit großer Angst verbunden ist, soll dieser Bericht dennoch Mut machen, immer neu zu prüfen, was wirklich notwendig ist.

Mit den besten Wünschen für Ihr Herz! Ihre Heilpraktikerin aus der Neckarstadt

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Gabriele Wieland

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5 Antworten to “Grenzen der Naturheilkunde – Aortenklappenstenose”

  1. Andrea Probst Says:

    Hallo 🙂
    Ich bin über folgendes in Ihrem Beitrag gestolpert :
    -> Der linke Ventrikel (Herzkammer) ist in der Diastole, also dem Füllvorgang aus Vorhof/Lunge, mit der Aortenklappe verschlossen. Sie heißt auch Trikuspidalklappe, weil sie aus drei kleinen Segeln besteht, einem filigranen bindegewebigen Verschlusssystem. <-

    Aber es ist doch die Mitralklappe die den li. Vorhof und die li. Kammer voneinander trennen, besitzt nur zwei Segel (daher auch Bikuspidalklappe) … die Aortenklappe ist eine Taschenklappe … Vielleicht meinten Sie es ja genau so und war nur etwas unglücklich formuliert 😉

    Ansonsten stimme ich Ihnen voll und ganz zu, das Herz ist ein aussergewöhnliches Organ und bedarf größter Wertschätzung und Achtung 🙂

    Herzliche Grüße Andrea Probst

    • Gabriele Wieland Says:

      DURCH DIE OFFENE MITRALKLAPPE ERFOLGT DOCH DER FÜLLVORGANG DER LINKEN KAMMER AUS DEM LINKEN VORHOF IN DER DIASTOLE: ERST IN DER SYSTOLE IST DIE MITRALKLAPPE GESCHLOSSEN DAMIT BEI DER KONTRAKTION DAS BLUT IN DIE AORTA GEPUMPT WIRD UND NICHT WIEDER IN DEN VORHOF ZURÜCK!

      LG
      GW: 🙂

      • Andrea Probst Says:

        Korrekt … allerdings schreiben Sie im Bericht von der Trikuspidalklappe im Bezug auf die linke Herzkammer und das ist definitiv nicht richtig !! >>Der linke Ventrikel (Herzkammer) ist in der Diastole, also dem Füllvorgang aus Vorhof/Lunge, mit der Aortenklappe verschlossen. Sie heißt auch Trikuspidalklappe, weil sie aus drei kleinen Segeln besteht, einem filigranen bindegewebigen Verschlusssystem. In der Systole öffnet sich die Aortenklappe….<<

      • Gabriele Wieland Says:

        lieben dank für den fehlerhinweis! gw : )

  2. Gabriele Wieland Says:

    vielen lieben dank für die korrektur das hätte nicht passieren dürfen!!! die kernaussage ändert sich dennoch nicht. allerdings ist richtig, dass das blut im linken ventrikel davor in der lunge mit 02 angereichert worden ist und dass man das anders auffassen hätte können und ich meinen würde, es käme direkt aus der lunge, stand für mich außer frage. da habe ich mich unglücklich ausgedrückt und gebe damit schulmedizinern wieder mal anlass zur kritik, die jedes erstsemester glücklich gemacht hätte. „weiterkräutern“ klingt lustig. wie humorvoll! Klar hat sich die medizin daher in fachgebiete aufgeteilt, weil die vielen feinen details derart anspruchsvoll sind! sollte ich mal wieder in richtung kardiologie meine auffassungen in die welt schicken wollen, werde ich mich freuen, sie vorher als wissenden korrekturleser zu beanspruchen!??? bis dahin, gute zeit und danke für die mühe, den einwand so ausführlich zu begründen! gw.

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