Neurogastroenterologie – Fehlverdauung als Disposition für Depressionen

Darmpflege und Verdauung

Wie schön: Nun hat auch die Wissenschaft einen Begriff für das gefunden, was in der Naturheilkunde seit langem bekannt ist. Darm und Verdauung haben eine direkte Korrespondenz mit Psyche, Depression und seelischem Gleichgewicht.

Trotz großer und ständig wachsender Aufgeschlossenheit alternativen Heilmethoden gegenüber erscheint der Gedanke vielen Betroffenen aber immer noch recht akrobatisch.

Ja, Darm und Hirn liegen weit auseinander. Aber dass bei häufigen eher dünnen Stuhlgängen der Körper nicht die benötigten Vitalstoffe aus der Nahrung bei schneller Darmpassage entnehmen kann, geht schon eher in die Köpfe. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Irgendwann in den 1980ern haben wir mal gelernt, dass all die Süßigkeiten aus weißem Zucker,  ausgemahlenem Getreide und Fastfood schlecht sind. Aus einem Extrem ist dann wieder mal das andere geworden und seitdem schwört die vermeintlich forschrittliche Welt auf Ballaststoffe, Vollkorn und Rohveganes. Fett ist auch schon lange verteufelt.

Ich persönlich glaube nach wie vor an das Individuelle. Ob Tibeter oder Eskimos – sie haben einen extrem hohen Fettanteil in ihrer Nahrung und leben seit Jahrhunderten sehr gut damit.

Dr. Michael Zimmermann, Leiter der gleichnamigen Fastenklinik in Badenweiler, ist nach seinen langjährigen Erfahrungen mit Darm und Ernährung der Meinung, dass Vollkorn den Darm überlastet und Allergien ihre Ursache im „Genuss“ von Südfrüchten und sogenannten „gesunden“ Säften haben. Er rät beispielsweise von rohem Essen besonders abends ab, vor allem vom beliebten Salat. Ebenso proklamiert er, dass ein geringer Cholesteringehalt im Blut krank mache. Zumindest ein hoher nicht bedenklich sein muss.  Obwohl ich das differenziert sehe, finde ich es vernünftig, die Zeichen des Körpers zu beachten.

Das heißt konkret: Haben Sie Blähungen, häufige und schnelle Stühle, Unverdautes in der Nahrung, ist die Verdauung gestört, der Darm entzündet, gebläht und es kommt zu lymphatischen Stauungen im Bauchraum.

Die Energie, die der Darm benötigt ist sehr hoch und fehlt dem Betroffenen an anderen Stellen. Er ist müde, erschöpft und abwehrschwach, daher auch anfälliger für Infekte. Der Teufelskreis ist in vollem Gange.

Erstmaßnahme muß in derartigen Fällen immer sein, dem Darm die Arbeit zu erleichtern. Entzündungswidrige Stoffe wie Kamille oder der sogar bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen bewährte Weihrauch sind hier zu erwähnen. Desweiteren ist es in diesen Situationen wichtig, dem Darm Leichtverdauliches anzubieten, Haferbrei statt Müsli, Gekochtes/Gedünstetes statt Rohes und Tee statt Sprudel. Ganz wichtig sind in diesem Zusammenhang natürlich unsere Essgewohnheiten. Essen Sie in Ruhe, kauen bewusst und erfreuen sich am Geschmackserlebnis, das durch die bereits im Mund stattfindende Zerkleinerung und der dort befindlichen Verdaungsenzyme ein Erlebnis sein kann, des wir in Eile so nie erleben werden.

Natürlich kennt die Naturheilkunde noch viele Hilfen, um die Verdauung zu verbessern und damit dem Körper die höchst möglichen Vitalstoffe zur Verfügung zu stellen, zum Beispiel Bitterstoffe, um die Anregung der beteiligten Organe zu bewirken.

Da auch das hormonelle Gleichgewicht entscheidend von einer ausgewogenen und sinnvollen Ernährung profitiert, ist eine gesunde Psyche die Folge davon. Lassen Sie sich individuell und umfassend beraten.

Oft zitiere ich meinen „Eisfußpatientinnen“ gegenüber den Satz: „Die Naturheilkunde sagt, Gesundheit habe 2 Grundlagen: einen guten Wärmeorganismus und einen erholsamen Schlaf“. Die Verdauung hat Chancen bald in diesen Satz aufgenommen zu werden.

Beste Grüße aus der Mannheimer Neckarstadt

Ihre Gabriele Wieland

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