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Vorhofflimmern in der naturheilkundlichen Praxis?

3. Oktober 2012

Patientin 50 Jahre, wacher Blick, klagt über massives Vorhofflimmern seit mehreren Monaten, das oft einen gesamten Tag anhält. Sie ist leicht übergewichtig, hat schon deutlich Gewicht reduziert, stressiger, verantwortungsvoller Job, verheiratet, Mutter eines Kindes.
Die Anamnese zeigt, dass initial ein starker grippaler Infekt bestand, wonach das „Herzrasen“ begann. Eine Poststreptokokkeninfektion mit nachfolgender Mitralklappenschädigung konnte ausgeschlossen werden. Bei der Frage nach einem doppelt angelegten Reiz-Leitungs-System bejaht sie.
Der Blutdruck der Patientin wird durch die üblichen Mittel gesenkt, was bei einem schon immer niedrigen Blutdruck von höchstens 120 zu 60 verwundert. Natürlich erhält sie Blutverdünner (als Vorbeugung gegen Thrombose/Embolie), Betablocker, Cholesterinsenker – das ganze Spektrum eben, was reglmäßig Herzpatienten verordnet wird.
Sie hat Schlafstörungen, ist unruhig und ängstlich, was ihrem sonstigen Naturell überhaupt nicht entspricht. Eine länger mit L-Thyrox behandelte Schilddrüsenunterfunktion wurde im Zuge der Behandlung erhöht.
Dass die Patientin chronisch müde ist, brauche ich nicht erwähnen. Mir gegenüber sitzt eine selbstbewusste sich als Versuchskaninchen fühlende Person, wohl wissend, dass man lediglich noch eine „Ablation“ anbietet.(siehe http://www.tachycardie.de/index.php?id=60 und http://www.uni-heidelberg.de/presse/ruca/2010-2/3med.html)In ihrer Verzweiflung möchte sie Akupunktur oder sonst eine homöopathische, alternativmedizinische Behandlung ausprobieren.
Leider ist hier „Ausprobieren“ die absolut falsche Idee. Homöopathie, Akupunktur oder andere naturheilkundliche Maßnahmen sind immer ausgleichend wirksam. Wie sollen sie das bei einer derartigen Medikation? Was macht diese Medikation überhaupt?
Der Vorgang stellt sich folgendermaßen dar: Die Patientin hat tagelang dauerndes Vorhofflimmern. Der Blutdruck wird gesenkt, die Chemo-Rezeptoren in der Aorta und den Karotiden melden der „Schaltzentrale“, dass zu wenig Volumen/Blutdruck da ist und diese erhöht den Impuls ans Herz, es soll mehr schaffen. Das ohnehin doppelt innervierende völlig irritierte Reizleitungssystem beruhigt sich keineswegs sondern steht unter „Dauerstrom“ und stimuliert den Vorhof immer neu (Flimmern). Übersetzt heißt das, hier liegt der Grund für die genau gegenteilige Auswirkung von Blutdruck senkenden Medikamenten (in jedem Beipackzettel nachlesbar). Da die Medikation in diesem Falle seit Monaten ohne Erfolg ist und das Herz Dauerlauf praktiziert, müsste ein verantwortungsvoller Mediziner die Strategie ändern. Die Wahrscheinlichkeit ist gegeben, dass der Herzmuskel sich wie jeder stark trainierte Muskel vergrößert, was die Gefahren einer drohenden Herzinsuffizienz durch die nicht mehr vollständig schließenden Klappen und damit Pendelblut erhöht und eine folgende Dilatation und irreversible Herzmuskelschwäche mit extremer „negativer“ Rückkopplung potenziert.
Des Weiteren ist die Medikation der Schilddrüsenunterfunktion ein zu bedenkendes Thema. Die L-Thyroxin-Medikation, die die Herzfrequenz potentiell erhöhend beeinflusst müsste engmaschig genau im Labor überwacht werden.
Wer biologisch denken und den Körper verstehen möchte, wird immer die Ursachen erforschen und behandeln. Gerade bei Herz-Kreislauf-Problemen ist der Eindruck entstanden, dass bei Vernachlässigung der individuellen Problematik streng nach Vorgabe medikamentiert wird.
In einem sehr ähnlichen Fall mit nächtlichen Attacken und ebenfalls doppelt angelegtem Reiz-Leitungssystem konnte ich mit Dorntherapie und Akupunktur sofortige und vor allem bleibende Erfolge erzielen. Hier allerdings kannte mich der Patient seit Jahren und stand nicht unter einer derartigen Medikation.
Die Klage der Patientin, ihr würde nicht einmal jemand beim Arzt richtig in die Augen sehen, lässt mich wie so oft die Schulmediziner in Schutz nehmen und sagen, dass die eben leider nicht genug Zeit für die Patienten haben und außerdem Angst die vorgegebenen Regeln der NYHA abzuweichen damit ihnen später keiner ans Bein pinkelt.

Hier zeigt sich der Alltag unseres Gesundheitssystems, der trotz herausragender medizinischer Forschung und Entwickllung gewiss an der einen oder anderen Stelle optimieren ließe. Gerade im Falle der routinemäßig eingesetzten Herz-Kreislauf-Medikamente möchte ich außerdem anregen, die Auswirkungen des damit erzielten niedrigen Riva Rocci auf eine latent chronische Minderversorgung des Gehirns (was ja alle Patienten mit Aussagen über Müdigkeit dokumentieren) und damit steigender Demenzfälle zu prüfen!

Herz-lich, Ihre Heilpraktikerin aus Mannheim, Gabriele Wieland
http://www.hexenschuss-praxis.de

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