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„Schmerz lass nach“ 8. Wirbelsäulenkongress der Dornmethode

11. Oktober 2011

Während hier in Mannheim die Elite deutscher Spezialisten im alljährlich stattfindenden Schmerzkongress u.a. darüber disskutiert, ob und wie mangelnder und schlechter Schlaf die Schmerzfähigkeit beeinflussen, reise ich nach Stuttgart.

Gabriele Wieland spricht auf dem Dornkongress 2011

Bild: Gabriele Wieland auf dem 8. Wirbelsäulenkongress der Dornmethode am 8. Oktober 2011 in Stuttgart

Hier treffen sich Praktiker, Menschen aus unterschiedlichen therapeutischen Richtungen, Physiotherapeuten, Masseure, Interessenten, Heilpraktiker, aber auch Ärzte, um ihre Erfahrungen mit einer lebendigen sanften Therapieform auszutauschen.
Das Leben folgt eigenen Gesetzen und so ist die Schmerzerfahrung etwas, das nach Einnahme verordneter Medikamente oft keine befriedigende Lösung erzielt, falls das Unterdrücken durch Pharmazeutika überhaupt funktioniert. Das treibt zahlreiche Betroffene zu Dorntherapeuten.

Dorntherapie ist einfach und logisch. Sowohl Therapeut als auch Patient fühlen an den betreffenden Stellen Unregelmäßigkeiten. Das Vorher – Nachher ist eine eindeutige Information und immer wieder ein Erlebnis, das die teure Gerätemedizin in den Hintergrund rückt.

Tasten, Fühlen, sanft Einrichten. Dieter Dorn wollte, dass die von ihm erarbeitete Methode, der er Ende der 80er seinen Namen gab, lebendig ist. Er bestand nicht auf dieser als „Non plus ultra“, und so findet 2-jährig der Dornkongress in Stuttgart statt. Hier referiert man über praktische Erfahrungen, anatomische und physiologische Grundlagen, und tauscht sich  erfahrungsmedizinisch aus.

Man spürt die Lebendigkeit dieser Methode trotz der Trauer über den Tod von Dieter Dorn im Januar 2011.
Am Sonntagmorgen berichtet Erika Laut, die Dieter Dorn nahe stand, mit ergreifenden Worten von seinem Leben, seinen Eigenschaften als einfacher Bauer und Sägewerksbesitzer, von seinen liebevollen und unermüdlichen Bemühung um die Menschen in seinem Umfeld, und sein autodidaktisches Durchdringen von „Bergen“ medizinischer Fachliteratur. Dies alles, um die Funktionen des Organismus zu verstehen und die Methode gehaltvoll weiterzuentwickeln.

Fast zur Gottesdienstzeit schließt Frau Laut den Zuhörern das Herz von Dorn auf und unterstreicht damit die Besonderheit dieser Methode, die aus dem Volk für das Volk kommt.
Die Vielfalt der Beiträge auf diesem Kongress ist groß und wichtig. So legt Referent Dr. med. Harald Bähr anatomische und physiologische Grundlagen dar, selbst als Angiologe und Ungläubiger bis zu phasenweise Paresen in beiden Beinen, Schmerzen und nach 4 Wirbelsäulenoperationen von seiner „Heilpraktikerfrau“ einst zu Dieter Dorns Seminar „geschleppt“.

Das ist ein großer Erfolg für die Dorntherapie: fortschrittlich denkende Mediziner erkennen alternative Methoden an und lassen diese in den Klinikalltag einfließen! Das ist Zukunft: unbestrittene Erkenntnisse der Schulmedizin mit wirkungsvollen und nicht weniger logischen Methoden der Erfahrungsmedizin zu ergänzen.

So nutzen Dorntherapeuten für ihre Praxiserfolge gelegentlich auch die seit Jahrhunderten bewährten Blutegel, wie Daniel Niehues, Heilpraktiker, darstellt.

Kollege Peter Koldeweyh verstärkt mit seinem hervorragenden Vortrag die Sympathie für unsere alte „eigene“ traditionelle europäische Heilkunst und erklärt in diesem Zusammenhang die 3-Phasen-Lehre nach Reckeweg, Basis allen sinnvollen Vorgehens im naturheilkundlichen Denken.

Die Erfolge der Dorntherapie mit homöopathischen Mitteln zu verbessern und mit einer besonders ausgiebigen Anamnese und durch die Hilfe der chinesischen Meridianlehre diagnostisch leichter an die Ursachen zu kommen, ist ein mit vielen Beispielen aus der täglichen Praxis gespickter Vortrag von mir. Ein besonderer Hinweis darauf, dass die Ursache der Beschwerden oft nicht am Ort des Schmerzes zu finden ist.

Referentin Anna Velisek, Heilpraktikerin, rundet mit ihren Übungen zur intra- und extra-neuralen Mikrozirkulation die Vortragsreihe sinnvoll ab. Der so aktivierte und stimulierte Mechanismus des Nervensystems unterstützt die physische Behandlung von schmerzenden Gelenken und hilft, die mechanischen und physiologischen Funktionen zu verbessern.

Vorträge von Kurt Tepperwein, Rüdiger Dahlke und Jürgen Fliege sind natürlich Magneten auf dem Kongress. Alle nicht erwähnten Referenten mögen es mir nachsehen.

Ich gehe mit neuen Impulsen und Freude wieder in die tägliche Praxis.

Ihre Heilpraktikerin aus Mannheim, Gabriele Wieland

www.hexenschuss-praxis.de

Kalendula

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Im letzten oder nächsten Leben Orthopäde? Nachruf für Dieter Dorn

22. Januar 2011

Soeben lese ich, dass Dieter Dorn am Mittwoch, dem 19. Januar 2011 gestorben sei.

Dieter Dorn 2009

Dieter Dorn 2009

Dieter Dorn, geboren am 13. August 1938, der Erfinder der Dorn-Methode war Sägewerksbesitzer und Landwirt und behandelte abends nach der Arbeit. Er hatte sich die Therapieform aufgrund der positiven Erfahrung eines ehemals in der Nähe „Wirbel-drückenden“ Bauern erarbeitet. Nachdem er auch einen Orthopäden überzeugend und erfolgreich therapiert hatte, half ihm dieser mit seinem Fachwissen bei der Dokumentation, Veröffentlichung und der Weitergabe der Behandlungsform über Seminare. So verbreitete sich seit 1985 die Dorn Methode rasant aufgrund ihres durchschlagenden Erfolges.

Auf dem letzen Wirbelsäulenkongress 2009 in Stuttgart konnte ich noch einmal Dieter Dorns erfrischend freudige, herzliche und humorvolle Art erleben.
Ein musikalischer Mann präsentierte vor einigen hundert Menschen im Eröffnungsvortrag des Dorn-Kongresses seine neue Theorie über den Bezug von Tönen zur Wirbelsäule. Bescheiden und belebt konnte man diesen körperlich kleinen Mann auf der riesigen Bühne sehen.

Ich bin glücklich, ihm mehrfach begegnet zu sein und von ihm gelernt zu haben. Sein Daumen war an meiner Halswirbelsäule als ich 2001 das Seminar bei ihm daheim im Allgäu besucht habe. Seit dem habe ich schon unzählige Wirbel gedrückt und Menschen durch diese völlig logische und wirkungsvolle Weise helfen können.

Täglich werde ich ihn durch meine Arbeit am Menschen weiterhin ehren. Er hat dazu beigetragen, dass sich unser Gesundheitssystem dahingehend wandelt, dass sich der passive Pillenschlucker zum aktiven Patienten verändert.

Als ich ihn fragte, ob ich nochmal ein Foto mit ihm bekäme (siehe Homepage http://www.hexenschuss-praxis.de), antwortete er, dafür wolle er aber mein Herz. Daraufhin sagte ich zu ihm, das habe er schon längst und wir lachten…

Danke, Dieter Dorn!


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